Firmengeschichte //

Ein Kraftfahrzeugbaumeister und ein Diplomingenieur im Fahrzeugbau, beide um die 30 Jahre alt und in interessanten Anstellungsverhältnissen – die ihnen aber nicht ausreichend Möglichkeiten boten, eigene Ideen umzusetzen: Warum sollten sie nicht Spezialfahrzeuge selbst konzipieren und bauen?

 

 

Anfang 1997 begannen Bernd Bischoff und Volker Scheck damit, Gespräche über ein eigenes Geschäftsmodell zu führen, und die erste Hürde hatten sie schnell genommen – von ihren Ideen konnten sie einen Banker überzeugen, der die Finanzierung für machbar hielt. Und ein Wirtschaftsprüfer und Steuerberater war bereit, das Gründungsexposé und die erforderliche Basisorganisation zu entwerfen.

 

 

Doch noch bevor über Gesellschaftsform und Verträge endgültig entschieden war, hatten die beiden schon die Geschäftsimmobilie gefunden und einen 5-Jahres-Mietvertrag abgeschlossen. Den Wirtschaftsprüfer, der noch mit der Gründung befasst war, traf fast der Schlag, zumal die erste, eigentlich schon zugesagte, Finanzierungsofferte wie eine Seifenblase zerplatzt war. Wie sollte es weitergehen?

 

 

Was aber ist ein Unternehmer? Er ist eine Person, die etwas „unternimmt“, und nicht eine Person, die etwas „unterlässt“. Der Unterlasser, der Bedenkenträger, wird nie ein Firmenjubiläum feiern können. Nicht zufällig definiert das Steuerrecht denjenigen als Unternehmer, der Initiative zeigt und der Risiko übernimmt. Für den Verfasser dieser Zeilen, der Bernd Bischoff und Volker Scheck von Beginn an begleitet hat, und dem ob ihrer Spontanität manches Haar ergraut oder gar ausgefallen ist, verkörpern die beiden mustergültig das, was man unter einem Unternehmer versteht. Und zwar in jeder Entscheidungssituation – egal, ob bei Existenzgründung oder Wachstumsinvestitionen, bei Finanzierungen oder neuen Geschäftsfeldern, bei Personal- oder Standortentscheidungen.

 

 

Stets war es die Idee, das Gespür für die richtige Entscheidung, aber auch der Mut dazu, sie umzusetzen, der beide auszeichnete und der sie in die Lage versetzte, ihre Partner – in welchem Bereich auch immer – für ihre Vorhaben zu begeistern.

 

 

Am Anfang des neu gegründeten Unternehmens standen die Marktbeschichtungsfahrzeuge, kleine Promotionfahrzeuge und Pferdetransporter, die Bernd Bischoff und Volker Scheck zusammen mit zwei Mitarbeitern in einer eigentlich zu großen Halle in Hügelsheim bauten.

 

 

Zwei Jahre später gab es schon Ärger mit den Nachbarn und mit den mittlerweile 15 Mitarbeitern, weil die Produktion nicht nur Normalarbeitszeit an üblichen Arbeitstagen erforderte, sondern Überstunden auch an Samstagen und an Sonn- und Feiertagen – und die Arbeit auf dem Hof, denn die Halle war schon zu klein. Da die Gemeinde Hügelsheim nicht ausreichend Gewerbefläche für einen Neubau bieten konnte, wurde im Baden-Airpark zugegriffen.

 

 

Die Raiffeisenbank Iffezheim, die von der Geschäftsidee angetan war und die schon die Existenzgründung finanziert hatte, konnten die beiden Unternehmer von der vorgesehenen Baumaßnahme im Airpark überzeugen. Inzwischen waren die Pferdetransporter bereits uninteressant geworden, Übertragungsfahrzeuge für den Rundfunk erschienen als der Umsatzträger der Zukunft. Am neuen Standort sollten Personal und damit Betriebsleistung rasch verdoppelt werden. Aber: Sowohl die rückläufigen Investitionen bei den Rundfunkanstalten als auch der Personalmarkt am Standort – es fehlte an interessierten und qualifizierten Facharbeitskräften – machten den beiden Unternehmern zunächst einen Strich durch die Rechnung. Zwar fanden sie rasch neue Anwendungsfelder für andere Spezialanfertigungen: Ein Hospitality-Zentrum für das DTM-Team von Mercedes und Transportfahrzeuge für Rennteams ersetzten die ausgefallenen Übertragungsfahrzeuge, und zunehmend wurden auch Promotionfahrzeuge für Messen nachgefragt. Nur auf dem Personalsektor klemmte es einfach.

 

 

Um das Problem zu lösen, dachten die beiden zunächst an eine Zweigniederlassung in den neuen Bundesländern. Dort hätten ausreichend ausgebildete Facharbeiter zur Verfügung gestanden. Doch sie entschieden sich für den Standort Rheinmünster und versuchten dort, die Kapazität mithilfe von Leiharbeitskräften auszuweiten. Auch wenn dieser Weg zäh und beschwerlich erschien, aus heutiger Sicht war er der richtige: Inzwischen zählt das Unternehmen 51 Produktionsmitarbeiter – das sind doppelt so viele wie anfangs im Airpark. Und auch beim Nachwuchs stehen die Zeichen gut: Neun Auszubildende werden derzeit in verschiedene Fachberufe eingelernt.

Aber zurück zur „Produktionspalette“: Jedes Fahrzeug, das bei Bischoff + Scheck in Produktion geht, ist ein „Solitär“, ein Einzelstück, das von Beginn an nach den Bedürfnissen des Kunden und mit ihm zusammen entwickelt wird, von der ersten Idee bis zur nutzungsfähigen Auslieferung. Das DTM-Hospitality-Zentrum für Mercedes-Benz war das erste Großprojekt, vier Jahre später das mobile Abgaszentrum für Volkswagen. Seither wurden die Aufträge immer größer: 2005 erschien dann der BMW-Auftrag für das Hospitality-Zentrum des Formel 1-Teams weniger von der Idee als von der Personal-, Raum- und Zeitkapazität her schon kaum mehr machbar. Ein Jahr später folgte der dreimal so große Formel 1-Auftrag von McLaren. Doch im Sommer 2007 bestand auch dieses Hospitality-Zentrum seine Feuertaufe in Silverstone – allen Bedenken zum Trotz. Seither wird es – wie das Hospitality-Zentrum von BMW – im Auf- und Abbau von Bischoff + Scheck betreut.

 

 

So wie 1999 nur noch mit Müh und Not, nämlich ergänzt um die Produktion auf dem Hof, die Aufträge abgewickelt werden konnten, so war dies beim BMW-Auftrag 2005/2006 der Fall, weil der Hallenanbau während der Produktionszeit noch nicht fertig war. Aber nach Abschluss der Formel 1-Saison 2006 konnten sowohl die Überholung des BMW-Centers als auch dann ein Teil der Produktion für McLaren in der neuen Halle stattfinden – jedoch musste man schon wieder ergänzend auf den Hof ausweichen. Und aktuell wird die Baugenehmigung für eine weitere Halle eingeholt, in der neben der normalen Produktion auch neue ergänzende Serviceleistungen erbracht werden können (wie z. B. die Lackierung von Fahrzeugen), die bisher extern erfolgen mussten.

 

 

Die Zeichen stehen weiter auf Expansion. Übertragungsfahrzeuge werden jetzt wieder vermehrt nachgefragt. Ein Prototyp eines Expeditionsfahrzeuges im oberen Nutzungssegment steht für Interessenten zum Kauf und/oder zur Anmietung zur Verfügung. Internationale Auftraggeber fragen Pferdetransporter für den Auslandsmarkt nach. Auch die Präsenz auf den in- und ausländischen Märkten zeugt von einer beachtlichen Stärke des Unternehmens: Es gibt in ganz Europa kein Unternehmen mit der Angebotsbreite von Bischoff + Scheck. Und die Auftraggeber kommen aus allen wichtigen europäischen Ländern.

 

Unternehmer können allein nur begrenzt agieren. Erst die personelle Unterstützung im Unternehmen und aus den Familien ermöglicht Erfolg und Wachstum eines Unternehmens. Da die beiden Ehefrauen der Unternehmer zunächst zu Hause und seit vier Jahren auch in der Verwaltung ihren Gatten den Rücken freihalten, können diese sich voll ihrer Unternehmeraufgabe widmen. Und das Team in der Produktion, in der langgediente Mitarbeiter den Kern bilden, sorgt dafür, dass die angenommenen Aufträge auch mit der gewohnten Zuverlässigkeit und Qualität ausgeführt werden.

Mit zuverlässigen Lieferanten und zufriedenen Kunden schließt sich der Kreis. Ein erfolgreiches Unternehmerteam möchte deshalb anlässlich seines Geschäftsjubiläums nicht nur stolz einen Teil seiner Leistungen demonstrieren, sondern dieses Jubiläum auch dankbar mit seinen Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden feiern:

 

Mit vereinten Kräften soll vom Baden-Airpark aus weiterhin deutsche Hochleistung europa- und weltweit Zeichen setzen für Kreativität, Qualität und Fleiß, wie sie im Interesse der Kundenbedürfnisse täglich neu erbracht werden.

 

05.09.2007

Dr. Rohner